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Chronische Bronchitis Hierbei muss unterschieden werden zwischen nicht-obstruktiver Bronchitis (RAD, Recurrent Airway Desease) und obstruktiver Bronchitis (RAO, Recurrent Airway Obstruction, oder COB, Chronisch-Obstruktive Bronchitis) Im ersten Fall liegt eine ständige oder wiederkehrende Reizung oder Verschleimung der Bronchien vor. Die Schleimhaut kann geschädigt und verdickt und damit in ihrer Funktion beeinträchtigt sein. Bei der obstruktiven Bronchitis,  besteht zusätzlich eine Allergie gegen Inhalationsantigene (z.B. Pollen oder Pilzsporen). Diese Allergie kann als Folge von akuter oder chronischer Bronchitis auftreten. Die allergische Reaktion besteht in einer Verkrampfung der Bronchialmuskulatur, dem Bronchiospasmus,. Dadurch verengen sich die Bronchiuli, die kleinen Verzweigungen der Bronchien kurz bevor sie in die Lungenbläschen münden, so stark, dass das Pferd Atemnot bekommt, wobei besonders die Ausatmung erschwert ist. Leider reicht nur ein Fernhalten des Tieren von dem Allergen (sofern man herausgefunden hat, wogegen es allergisch ist) nicht aus um Abhilfe zu schaffen, denn die einmal sensibilisierte Atmungsschleimhaut reagiert auch auf andere Reize wie Staub, Rauch, Ammoniak mit dem Bronchiospasmus.   Ursachen:  Ammoniak: Da der Harn von Pflanzenfressern alkalisch ist, bildet sich aus dem bakteriellen Zersetzungsprodukt des Harnstoffs Ammoniak. Dieses stechend riechende Gas wirkt auf  Schleimhäute ätzend. Je nachdem wie gründlich gemistet wird, sind Pferde in Boxenhaltung dem Schadgas in mehr oder weniger hoher Konzentration ausgesetzt, und das für viele Stunden am Tag. Man sollte einmal in der Box seines Pferdes die Nase ganz dicht über die Einstreu  halten - denn dort befindet sich die Nase des Pferdes, während es schläft – und einen tiefen Atemzug nehmen. Wird ein stechender Geruch wahrgenommen und fangen die Augen an zu tränen, kann davon ausgegangen werden, dass ein Aufenthalt in dieser Box auf Dauer die Atemwege des Pferdes schädigt. Staub: Man sieht ihn meistens nur, wenn ein Sonnestrahl durchs Stallfenster hereinscheint, aber dennoch ist er vorhanden. Besonders bei schlechter Heu- und Strohqualität entwickelt sich viel Staub, und dieser wird eingeatmet. Die gesunde Atmungsschleimhaut verfügt über Flimmerhärchen, die Kinozilien, die sich wellenartig bewegen und dadurch Sekret und Fremdpartikel nasenwärts befördern. Staub wird also normalerweise hinausbefördert, ohne dass das Tier hustet. Können die Kinozilien ihre Reinigunsfunktion nicht erfüllen, etwa weil sie durch Ammoniak geschädigt oder durch eingedickten Schleim verklebt sind, verbleibt vermehrt Staub in den Atemwegen. Im Staub enthalten sind z.B. Schimmelpilzsporen (in geringen Mengen auch bei guter Heuqualität) oder Pollen.  Durch den lang andauernden Kontakt mit der Schleimhaut , kann es zu Sensibilisierung, also zur Allergie, kommen. Bewegunsmangel: beim ruhig stehenden Pferd leistet die Pferdelunge nur einen Bruchteil dessen, was sie kann. Dementsprechend wird die Atmungsschleimhaut beim galoppierenden Pferd sehr viel stärker durchblutet und auch die Flüssigkeitssekretion der Schleimhautdrüsen ist verstärkt. Daher ist für eine effiziente Selbstreinigung der Lunge  tägliche Bewegung im Trab und Galopp erforderlich. Dies macht sich manchmal bemerkbar durch das Abschnauben nach den ersten paar Runden. Bei leicht verschleimten Atemwegen wird durch die vertiefte Atmung oft ein Hustenreiz beim ersten Antraben ausgelöst. Folge von akuter Bronchitis: bei einem akuten Atemwegsinfekt reagiert der Körper im Normalfall zunächst sehr stark,  mit vermehrter Sekretbildung und evtl Fieber, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Das Pferd hustet im Anfangsstadium sehr viel und das Allgemeinbefinden ist beeinträchtigt. In einem späteren Stadium lassen die Abwehrmechanismen nach. An dieser Stelle kann es zu bakteriellen Sekundärinfektionen kommen, sowie zu einer Eindickung des Schleims, der dann nur noch schwer hinausbefördert werden kann. Grund dafür kann ein geschwächtes Immunsystem sein oder auch nicht optimale Bedingungen, unter denen das Tier seinen akuten Infekt auskurieren kann, bzw. zu frühe Belastung. Symptome: Husten mit oder ohne Nasenausfluss, Nasenausfluss ohne Husten. Bei nicht-obstruktiver Bronchitis eher kraftvoller, produktiver Husten; bei COB schwacher, leiser Husten bei dem wenig oder kein Auswurf herauskommt, Husten bei Staubkontakt, erhöhte Atemfrequenz, Atemnot, Bildung einer „Dampfrinne“ durch Hypertrophie der Bauchpresse-Muskeln aufgrund erschwerter Ausatmung Differentialdiagnose: Bei Husten: Infekt der oberen Atemwege (Luftröhre), Kehlkopfreizung (hier lauterer, hohl klingender , trockener Husten), Fremdkörper in der Luftröhre Bei Nasenausfluss: Rhinitis (Nasenschleimhautentzündung), Sinusitis (Neben- oder Kieferhöhlen entzündung), Luftsackkatarrh, Druse Diagnosestellung (Tierarzt): Auskultation (=Abhören), Bronchioskopie mit Probenahme von Schleim und Zellen, Untersuchung der Probe auf Entzündungszellen sowie bakteriologische Untersuchung Haltung von hustenden Pferden: Unabhängig davon, ob das Pferd an obstruktiver oder nicht-obstruktiver Bronchitis erkrankt ist, muss der Hustenpatient unbedingt in einer staubfreien Umgebung leben. Auch wenn noch keine Allergie vorliegt, verhindern Staub und schlechte Luft die Heilung der entzündeten und verschleimten Atmungsschleimhaut, indem sie sie zusätzlich reizen und bergen die Gefahr der Sensibilisierung, also der Ausbildung einer Allergie. Das bedeutet in der Praxis: Selbstverständlich braucht das Pferd so viel frische Luft wie möglich: Offenstall- bzw. Weidehaltung ist optimal. Dabei muss es aber vor extremen Temperaturen bewahrt werden, etwa durch einen vor Wind und Sonne schützenden Unterstand. Stallklima: nicht nur die Box des betroffenen Pferdes, sondern der ganze Stalltrakt muss frei von Matratzenstreu sein. Ganz vermeiden lässt sich die Bildung von Ammoniak im Pferdestall nicht, aber in erträglichen Maßen halten, durch tägliches Entfernen jeglicher feuchter Einstreubestandteile. Zusätzlich kann Ammoniak mit kohlensaurem Algenkalk gebunden werden, den man auf den Stallboden unter der eigentlichen Einstreu streut. Fenster und Türen  müssen so angeordnet und geöffnet sein, dass die Luft zirkulieren kann. Wenn Pferde vermehrt im Winter husten, so liegt das nicht an der Kälte (die vertragen Pferde sehr gut) sondern an der schlechten Stalluft, die durch geschlossene Fenster und Türen entsteht, sowie an der Tatsache, dass die Pferde in dieser Jahreszeit mehr Zeit im Stall verbringen. Stroh als Einstreu vertragen einige Huster gut, ggf  muss es aber durch andere Einstreuarten ersetzt werden, z.B. speziell für Pferde hergestellte, entstaubte Hobelspäne oder Lein- oder Hanfeinstreu Trockenes Heu muss rigoros vom hustenden Pferd ferngehalten werden. Das Heu vor dem Verfüttern in Wasser einweichen (Anfeuchten mit der Gießkanne genügt nicht) Bewegung kann ein an nicht-obstuktiver Bronchitis erkranktes Pferd prinzipiell nicht genug bekommen, da wie schon erwähnt, die verstärkte Atmung die Reinigung der Atemwege und das Abhusten fördert. Man muss sich allerdings an der Lauffreudigkeit des Pferdes orientieren und darf es nicht übermäßig ins Schwitzen bringen oder gar in Atemnot geraten lassen. An COB erkrankte Pferde dürfen bewegt, aber  nicht belastet werden. Es besteht die Gefahr, dass Lungenbläschen platzen und der Entstehung eines irreversiblen Lungenemphysems. Daneben darf nicht vergessen werden, dass ein ausgeglichener seelischer  Zustand Voraussetzung für ein funktionierendes Immunsystem ist. Therapie: Bei der nicht-obstruktiven Bronchitis zielt die Behandlung darauf ab, das Immunsystem anzuregen bzw. Krankheitserreger zu bekämpfen sowie Schleim zu verflüssigen , damit dieser abgehustet werden kann. Bei der COB müssen schleimlösende Mittel mit Vorsicht eingesetzt werden; eine erhöhte Flüssigkeitsmenge in den schon verengten Bronchiolen kann Atemnot hervorrufen. Hier steht die Entkrampfung und Weitstellung der Bronchien im Vordergrund sowie eine Regulierung und Beruhigung des Immunsystems. Therapie durch den Tierarzt: Medikamentös: schleimlösend, krampflösend, antibiotisch, entzündungshemmend. Verabreichung oral oder per Inhalation Befeuchtung der Atemwege durch Inhalation mit Kochsalzlösung evtl mit Zusatz ätherischer Öle. Bei der COB müssen die kleinen Bronchiolen erreicht werden, dafür ist ein Ultraschallvernebler erforderlich. Mit einem Dampfvernebeler  können die Luftröhre und die großen Bronchien befeuchtet werden. Die Wirkung ist schleimlösend und reizlindernd. Die regelmäßige Inhalation kann auch vom Besitzer selbst durchgeführt werden. Inhalationsgeräte werden von einigen Tierärzten verliehen, evtl. lohnt sich auch die Anschaffung eines eigenen Gerätes. Lungenspülung durch intravenöse Verabreichung großer Flüssigkeitsmengen, die dann über die Lungen ausgeschieden werden und eine Schleimverflüssigung bewirken. Stellt eine Belastung für den Kreislauf dar und ist deshalb nicht unbedingt erstes Mittel der Wahl. Eigenbluttherapie zur Immunstimulierung Bei Allergie Desensibilisierung durch Eigenserum   von mir angebotene Naturheilkundliche Behandlung:  Phytotherapie: Pflanzen mit schleimlösender, krampflösender, entzündungshemmender, reizlindernder, Immunsystem stimulierender oder regulierender, antiseptischer oder leicht antibiotischer Wirkung  Traditionelle Chinesische Medizin: Oft ist schon während oder nach der ersten Akupunkturbehandlung eine Besserung der Beschwerden erkennbar. In chronischen Fällen werden allerdings mehrere Behandlungen im Abstand von zunächst einer Woche notwendig sein. Später werden die Abstände dann verlängert. Akupunktur kombiniere ich gerne mit der Verordnung heimischer Kräuter nach Gesichtspunkten der chinesischen Medizin (z.B. wärmende Kräuter bei Kälte-Erkrankung, das Lungen-Qi- stärkende Kräuter etc.)
Akupunktur und Naturheilkunde für Pferde im Raum Köln - Düren - Aachen - Eifel
Margitta Sharma   Tel.: 02421 4864308   mobil: 0176 27145276