Darmerkrankungen beim Pferd nervös bedingte Diarrhoe Tritt kurzzeitig bei dafür veranlagten Pferden bei aufregenden Ereignissen, z.B. Turnieren auf und verschwindet innerhalb weniger Stunden von selbst.. Bei Pferden, die sich stark aufregen stellt sich das vegetative Nervensystem auf Fluchtbereitschaft ein, Folge ist eine erhöhte Darmmotilität. osmotische Diarrhoe Ursachen: zu schnelle Futterumstellung, z.B. auf Gras beim Weideauftrieb, Aufnahme zu großer Futtermengen, schimmeliges Futter Wird etwas gefressen, woran der Verdauungsapparat entweder in Menge oder Art des Futters nicht angepasst ist, geschieht folgendes: Die Verdauungsenzyme im Saft der Bauchspeicheldrüse reichen nicht aus, um  Kohlenhydrate und Eiweiße im Dünndarm zu spalten. Dadurch können sie nicht, wie vorgesehen  von der Dünndarmschleimhaut aufgenommen werden und ins Blut übergehen sondern bleiben zum großen Teil im Darm und gelangen in den Dickdarm. In den hinteren Dickdarmabschnitten wird dem Darminhalt das Wasser entzogen und durch die Form des Mastdarms die Pferdeäpfel geformt. Der Wasserentzug funktioniert in diesem Fall nur noch bedingt, weil Kohlenhydrate und Eiweiße osmotisch wirksam sind, d.h. sie halten das Wasser im Darminnern fest. Dasselbe passiert bei Aufnahme zu großer Salzmengen (Lecksucht beim Fohlen). Mittels des Abführmittels Glaubersalz (Natriumsulfat) macht man sich diesen Effekt bei Verstopfungen zunutze. Diese harmlose Art des Durchfalls verläuft ohne Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens und verschwindet innerhalb von zwei Tagen, sofern die Ursache abgestellt ist. Maßnahme der Wahl ist schlicht eine Heudiät. Vorbeugend sollte man auf gute Futterqualität achten, Futterumstellungen schleichend über mindestens zwei Wochen vornehmen und die Pferde im Frühjahr sorgfältig anweiden. Was ich an dieser Stelle nicht außer Acht lassen möchte, ist dass gerade beim Pflanzenfresser  die Aufnahme zu großer Kohlenhydrat- oder Eiweißmengen nicht immer nur zu harmlosem osmotischen Durchfall führt. Sie kann zu Fehlgärungen, Blähungskoliken, Kreuzverschlag und gefährlichen Störungen der Darmflora bis hin zum Hufreheschub führen. infektiöse Diarrhoe Diese Durchfallform ist weitaus gefährlicher und bedarf meist einer Behandlung. Besonders bei Fohlen kann eine Durchfallerkrankung aufgrund des Wasserverlusts lebensbedrohlich sein. Ursache sind Bakterien, Viren Pilze oder Parasiten, die die Darmschleimhaut angreifen. Sie verliert ihre Funktion, Nährstoffe aufzunehmen und den Wassertransport aus dem Darm ins Blut zu regulieren.  Die entzündete Darmschleimhaut  sezerniert Flüssigkeit ins Darminnere. Je nach Krankheitserreger können die Darmschleimhautzellen derart geschädigt werden, dass es nicht nur zu einem Flüssigkeitseinstrom ins Darminnere kommt, sondern auch Bakterien aus dem Darm in die Blutbahn gelangen. Die infektiös bedingte Diarrhoe verschwindet im Gegensatz zur osmotischen Diarrhoe nicht, sobald der Patient fastet bzw nur noch Heu bekommt. Es kommt zu massiven Eiweiß-, sowie Wasser- und Elektrolytverlusten. Die i.D.  ist von gestörtem Allgemeinbefinden und häufig von Fieber begleitet.  Es ist ein Tierarzt hinzuzuziehen, der ggf Wasser und Elektrolyte per Infusion ersetzt und eine genaue Erregerdiagnostik und -bekämpfung  vornimmt. chronische Diarrhoe Bei der chronischen Durchfallform haben die Pferde entweder ständig oder immer wieder mal ungeformten bis breiigen oder wässrigen Kot. Das Allgemeinbefinden ist zunächst kaum oder nicht beeinträchtigt. Häufig ist die übermäßige Peristaltik als verstärkte Darmgeräusche hörbar. Die Pferde verlieren allmählich an Gewicht bzw. nehmen trotz guter Futteraufnahme schlecht zu. Mögliche Ursachen: Mangelnde Kaufähigkeit: nicht nur ungleichmäßig abgenutzte Gebisse, wie etwa solche mit Zahspitzen, die sich schmerzhaft in die Wangenschleimhaut bohren, sondern auch  fehlende Schmelzfalten bei Zähnen älterer Pferde führen zu mangelhafter Kauleistung. Man erkennt dies manchmal am quietschenden Geräusch beim Kauen und an größeren Nahrungsbestandteilen (man beachte die Länge der Heuhalme) im Kot. Nicht ausreichend zermahlenes Futter kann im Dünndarm nicht vorverdaut werden, gelangt in den Dickdarm und stört dort die Darmflora. Sehr raues Futter wie Stroh kann auch die Darmwand mechanisch reizen. Maldigestion: Nahrungsbestandteile werden nicht ausreichend gespalten, weil, z.B. durch eine Unterfunktion der Bauchspeicheldrüse, nicht genügend Verdauungsenzyme zur Verfügung stehen. Malabsorption: Nährstoffe werden zwar gespalten, aber von der Darmschleimhaut nicht aufgenommen. Ursache ist eine Funktionsstörung oder Schädigung der Darmschleimhaut,  durch Parasiten oder durch Entzündungsprozesse aufgrund von Infektionen oder Immunreaktionen. Je nachdem wie groß die veränderten Darmabschnitte sind, magern die Pferde mehr oder weniger ab. Ein noch aktiver, entzündlicher Prozess der Darmschleimhaut führt zu zusätzlichem Eiweißverlust, über die Entzündungszellen, die mit dem Darminhalt ausgeschieden werden. Ein starker Eiweißverlust oder mangelnde Eiweißresorption führen zu einer Hypalbuminämie. Albumine sorgen im Blut für den kolloidosmotischen Druck. Fehlen sie, geht übermäßig viel Flüssigkeit vom Blut ins Gewebe über, so dass es zu Ödembildung, meist an Unterbauch oder –brust, kommt. Diese Pferde leiden dann auch an einem Mangel an roten Blutkörperchen (Anämie) erkennbar an sehr blassen Schleimhäuten. Weitere Ursachen sind Störungen der Darmflora, etwa durch bakterielle Fehlbesiedlungen oder Überwucherung mit Pilzen, Parasitenbefall, Leberschäden, Nierenschäden, Lymphome (Tumore), neuronal bedingte Störung der Darmsekretion bzw. –motilität aufgrund Wirbelblockaden im hinteren Brust - oder im Lendenwirbelsäulenbereich sowie als Mitursache seelischer Stress. Diagnose: Bei chronischem Durchfall und/oder Kotwasser sollte immer eine genaue Ursachenfoschung betrieben werden. Das Blutlabor gibt Aufschluss über einen etwaigen Eiweißmangel, Anämie, Entzündungen, Infektionen, Intoxikationen, Elektrolytverluste. Auf jeden Fall sollten die Leber- und Nierenwerte überprüft werden. Bei Parasitenbefall sind die ß- Globuline und die eosinophilen Granulozyten erhöht. Letztere sind auch bei allergischen oder Autoimmunerkrankungen erhöht. Eine Kotprobe sollte parasitologisch sowie mikrobiologisch untersucht werden. Weitere tierärztliche diagnostische Maßnahmen sind der Glucosetoleranztest (bei Verdacht auf Malabsorption) und die histopathologische Untersuchung einer Darmbiopsie. Es kommt vor, dass keine Ursache festgestellt werden kann. Kotwasser Eine geringe Menge an Kotwasser ist normal. Sie sorgt dafür, dass die Kotballen reibungslos aus dem Rektum herausbefördert werden können. Auch bei gesunden Pferden kommt gelegentlich mehr Kotwasser mit den normal geformten Äpfeln heraus, etwa bei Futterumstellungen oder auch bei Silagefütterung, die wegen des Säuregehalts nicht von allen Pferden gut vertragen wird. Hier aber soll ein krankhafter, chronischer erhöhter Abgang von Kotwasser besprochen werden, der häufig zusammen mit rezidivierenden Durchfällen auftritt. Da die Kotkonsistenz an sich normal ist, lässt sich schließen, dass die überschüssige Flüssigkeit im hintersten Darmabschnitt, dem Rektum entsteht. Es kann eine mangelnde Wasserresorption aufgrund Störung der Darmschleimhautzellen ursächlich sein, oder aber eine Entzündung der Darmschleimhaut, die mit Sekretion von Flüssigkeit und Entzündungszellen (Exsudat) ins Darminnere einhergeht. Mit dem entzündlichen Exsudat geht  viel Eiweiß verloren, so dass auch hier die betroffenen Pferden manchmal abmagern und an Anämie leiden. Es gibt Hinweise darauf, dass diese Form der Darmentzündung auf einer Überreaktion des Immunsystems beruht. Eine weitere Ursache für Kotwasser, kann eine Passagestörung im Dickdarm sein, etwa durch Vernarbungen durch frühere Verwurmung oder einen angeborenen Engpass. Der Darm reagiert auf die Anschoppung mit verstärkter Peristaltik und Sekretion, dies auch in den hinteren, nicht betroffenen Darmabschnitten, was sich dann in Kotwasserabgang äußert. Diese Pferde neigen auch zu Koliken und Aufgeblähtheit. Diagnose: Bei chronischem Durchfall und/oder Kotwasser sollte immer eine genaue Ursachenfoschung betrieben werden. Das Blutlabor gibt Aufschluss über einen etwaigen Eiweißmangel, Anämie, Entzündungen, Infektionen, Intoxikationen, Elektrolytverluste. Auch die Leber- und Nierenwerte sollten überprüft werden. Bei Parasitenbefall sind die ß-Globuline und die eosinophilen Granulozyten erhöht. Letztere sind auch bei allergischen oder Autoimmunerkrankungen erhöht. Eine Kotprobe sollte parasitologisch sowie mikrobiologisch untersucht werden. Weitere tierärztliche diagnostische Maßnahmen sind der Glucosetoleranztest (bei Verdacht auf Malabsorption) und die histopathologische Untersuchung einer Darmbiopsie. Es kommt vor, dass keine Ursache festgestellt werden kann. Für eine Passagestörung ist charakteristisch, dass durch Verringerung der Rauhfuttermenge und unter der Gabe von Abführmitteln wie Paraffinöl oder Glaubersalz eine Besserung der Symptomatik eintritt. Behandlung von chronischer Diarrhoe und Kotwasser Chronischer Durchfall und Kotwasser sprechen häufig nicht oder nur vorübergehend auf eine konventionelle Behandlung an. Die Darmwand kann durch Parasitenbefall oder Entzündungen vernarbt bzw irreversibel geschädigt sein. Die betroffenen Darmabschnitte können dann keine Nährstoffe und kein Wasser mehr resorbieren,  das Pferd muss dann  lebenslang eine spezielle Diät erhalten. Mögliche Maßnahmen durch den Tierarzt sind die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten, ggf. Wurmkuren, Antibiotika, Probiotika, Antidiarrhoika, Adstringentien (z.B. Eichenrinde), ggf. Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution, Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Diät. Bleibt die tierärztliche Behandlung ohne dauerhaften Erfolg  lohnt es, eine naturheilkundliche Therapie zu versuchen. Erfahrungsgemäß hilft Akupunktur  häufig auch bei scheinbar aussichtslosen Fällen von chronischen Darmerkrankungen. Das A und O der Behandlung ist jedoch die Fütterung: Das Aufreteten von Durchfall und Kotwasser hängt meist von vielen verschiedenen Faktoren ab. Alles, was im Verdacht steht, den Darm reizen zu können, muss konsequent vom Futterplan gestrichen werden: das sind zunächst sämtliche Müsli-, Pellet- und Mineralfuttermittel. Hier sind häufig Füll- oder Konservierungsstoffe oder Bindemittel enthalten, außerdem ist bei der Vielzahl an Inhaltstoffen die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein allergener Stoff enthalten ist. Anorganische Mineralstoffe stehen im Verdacht, Symptome überschießender Immunreaktionen auszulösen oder zu verstärken. Mineralstoffe und Spurenelemente sollten in ihrer natürlichen Form über Einzelfuttermittel wie Kräuter, Bierhefe, Fermentgetreide oder Ölsaaten zugeführt werden. Steht das betroffene Pferd auf Stroh, lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch mit Alternativeinstreu. Einige Kotwasserpatienten sprechen sehr gut auf Stroh-Abstinenz an. Ein Salzleckstein muss immer zur Verfügung stehen, besonders da mit der Flüssigkeit aus dem Darm viel Salz (Elektrolyte) verloren geht. Die im Handel als Himalaya-Lecksteine erhältlichen rosafarbenen Steine sind sinnvoll. Nicht, weil sie aus dem Himalaya kommen, sondern weil es sich um bergmännisch abgebautes, naturbelassenes Steinsalz handelt, dass neben Natriumchlorid eine Vielfalt an weiteren Mineralstoffen und Spurenelementen enthält. Wenn der Patient auf Gras nicht mit einer Verschlimmerung reagiert, (was die meisten nicht tun) sollte er sein Futter möglichst oft selbst „ernten“. Dies ist die natürlichste Form der Futteraufnahme. Sie regt die Magen-Darm-Tätigkeit an und wirkt beruhigend. Auf Obst, Möhren und anderes frisches Gemüse sollte der Darmpatient besser verzichten. Sie sorgen für eine hohe Säureproduktion. Wenn die Zähne nicht in Ordnung sind, ist natürlich die erste Maßnahme diese korrigieren zu lassen, evtl von einem spezialisierten Tierarzt, der die meisten Zahnbehandlungen ohne Sedation durchführt. Bei älteren Pferden kann es aber sein, dass die Zähne, die sich im Laufe des Lebens aus dem Kiefer herausschieben, sich ihrem Ende nähern. Ihre Oberfläche ist dann glatt und die Kauleistung kann leider nicht mehr verbessert werden. Für Fütterungstipps bei Zahnproblemen lesen sie bitte den Artikel „Zahnprobleme bei älteren Pferden.“ Heu: Lassen sie das Pferd nicht länger als vier Stunden ohne Heu (resp. Gras). Untersuchungen haben gezeigt, dass bereits in dieser Zeit ungünstige Veränderungen der Darmflora stattfinden. Das Pferd ist mit seinem gesamten Verdauungsapparat darauf ausgerichtet, über den ganzen Tag verteilt karges Futter aufzunehmen. Schlanke Pferde können  Heu zur freien Verfügung erhalten (ad libitum), mit Ausnahme von Pferden mit Passagestörung im Dickdarm. Hier muss das Heuvolumen rationiert werden. Bei hustenden Pferden oder staubigem Heu: Heulage durch gewässertes Heu ersetzen. Heulage mit ihrem hohen Säuregehalt wird von darmempfindlichen Pferden nicht gut vertragen. Liegt eine Erkrankung des Dickdarms vor, was bei den meisten Durchfällen und bei Kotwasser der Fall ist, macht es Sinn, dem mageren Pferd Energie über dünndarmverdauliches Futter zuzuführen. Die reichliche Rauhfutterzufuhr zum Erhalt der Dickdarmflora bleibt davon unberührt. Zusätzlich aber hilft dem Pferd die Zufuhr von hochverdaulicher Stärke und hochverdaulichem, hochwertigen Eiweiß, sowie Fette in Maßen. Vorraussetzung ist dabei, dass keine Erkrankung der Niere oder der Leber vorliegt (hier müssen noch einige Dinge beachtet werden). Haferflocken sind ein ideales Aufbaufutter. Sie können mit Gras-oder Luzernehäcksel gemischt, oder bei Pferden mit Kauproblemen besser mit heißem Wasser übergossen und als lauwarmer Brei verfüttert werden. Biologisch hochwertiges Eiweiß, sowie B-.Vitamine und Spurenelemente liefert Bierhefepulver, erhältlich im Futterhandel. Es kann mit allen anderen Futtermitteln gemischt werden. Dem Haferbrei erst nach dem Abkühlen zugeben, zur Schonung der Vitamine. Als Lieferant von essentiellen Fett- und Aminosäuren eignen sich verschiedene Ölsaaten. Leinsamen enthält zusätzlich Schleimstoffe, die einer Reizung der Magen- und Darmwände entgegenwirken, und die Peristaltik regulieren. Es gibt im Handel fütterungsfertigen Leinkuchen. Ich bevorzuge den Kauf von ganzem, gelbem Leinsamen. Diese Sorte ist blausäurearm und sehr gut quellfähig. Man gibt bis zu 100g pro Großpferd und Tag, frisch geschrotet (Küchenmixer), man kann ihn mit kochendem Wasser übergießen, muss es aber nicht. Länger als drei Tage haltbar ist nur der ganze Leinsamen, man muss also mit dem regelmäßigen Schroten etwas mehr Aufwand in Kauf nehmen. Zum Kauen sind die Körner zu klein, sie würden unverändert wieder herauskommen. Zusätzlich kann ein guter Schuss Pflanzenöl nach langsamem Anfüttern mit ins Futter gegeben werden. Es eignen sich u.a. Maiskeim-, Sonnenblumen-, Hanf-, Reiskeim-, Distel- oder Leinöl. Zur Unterstützung der Magen-Darm-Funktion und als Lieferant von Mineralstoffen und Spurenelementen stelle ich individuelle Kräuterrezepte zusammen.
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